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Tradition mit Zukunft - Klassische Farbrohstoffe und ihre Geschichte

Unsere Klassischen Rohstoffe

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Drachenblut - Das rote Harz vom Drachenbaum

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Sokotra, eine Insel im nordwestlichen Indischen Ozean, am Ostausgang des Golfs von Aden, ist die Heimat der Drachenbaumart Dracaena cinnabari, eines Reliktes der Kreidezeit. Ursprünglich wurde nur das von der Insel stammende rote Harz des Drachenbaums als Drachenblut bezeichnet, später wurde der Begriff auf andere Drachenbaumarten ausgedehnt. Das Naturharz wird als Beschichtungswerkstoff und Farbstoff verwendet. Bereits im Seehandelsregister des 1. Jahrhunderts für den Stillen Ozean wurde Sokotrisches Drachenblut erwähnt und über die Weihrauchstraße gehandelt. Das heutige Drachenblut kommt vornehmlich aus Südostasien. Die Drachenbäume bilden zum Teil dicke Stämme mit bis zu mehr als 10 Metern Umfang und die Krone ist domförmig.

Catechu - Intensiv braune Färbung

Seit Urzeiten dient Catechu in Indien als Färbemittel von Baumwolle und zum Gerben von Leder. Obwohl Catechu im indischen „Baumsaft“ bedeutet, handelt es sich um ein Extrakt, das durch Auskochen und Eindicken des Kernholzes gefällter Bäume der Gerberakazie Acacia catechu entsteht. Heute wird Catechu hauptsälich in Indien, Sri Lanka und Jamaika gewonnen. Da das tropische Holz sehr gerbstoffhaltig ist, eignet sich Catechu gut als Beize für braune, wasserdichte Färbungen, zum Imprägnieren von Baumwolle sowie als Heilmittel und in der Kosmetik.

brosch-classic-edition-1-_06Das Kernholz der Akazien wird mit Wasser ausgegekocht und der Absud so weit eingekocht, dass er beim Erkalten erstarrt. Je nach Art der Trocknung entstehen Blöcke oder Schollen von matt-dunkelbrauner Farbe. Die Bruchfläche ist gleichmäßig dunkelbraun,bisweilen löchrig und der Geschmack ist zusammenziehend und bitter. Das aus dem Hartholz gewonnene tanninhaltige Harz wird Cutch genannt. Aus der Rinde kann Gummi arabicum gewonnen werden. Bei den AURO classic edition Produkten ist die CatechuBeize eine Farbstoffbeize auf Wasserbasis mit Catechu zur farblichen Gestaltung von Holz. Sie bewirkt eine intensive braune Färbung, die tief in das Holz einzieht. Catechu färbt mehr die weicheren Teile des Holzes, so dass die Maserung des Holzes hervorgehoben wird. Durch Verdünnen mit Wasser kann die Intensität des Farbtones abgeschwächt werden. Für zusätzlichen Schutz des Holzes kann man mit Ölen, Wachsen oder Klarlacken nachbehandeln.

Dammar - Hellgelbes Harz mit starker Bindung

brosch-classic-edition-1-_08Eines der wertvollsten und schönsten Pflanzenharze dieser Erde ist das Baumharz Dammar. Das Harz stammt von asiatischen Laubbäumen, die vorwiegend auf den Sundainseln wachsen. Als wichtigste Quelle gilt der Baum Shorea wiesneri, ein Ursprungsbaum des Meranti-Holzes. Aber auch in anderen tropischen Laubbäumen aus Herkunftsländern wie Indonesien, Phillippinen, Borneo und Ostindien ist das pflanzliche Harz zu finden. Schon der Name Dammar ist geheimnisvoll, er stammt aus dem Malaysischen und bedeutet Licht, Harz oder Fackel. Im Deutschen ist der Begriff unter „Katzenaugenharz“ zu finden. Auch sagt man dem klaren bis hellgelben Harz mit seinem feinen balsamartig-ätherischen Duft stimmungsaufhellende Eigenschaften nach, er soll sogar Schwermut beseitigen. Gern wird er zudem als Räucherharz oder Weihrauch eingesetzt. Im Volksmund heißt es, dass sein starker weißer Rauch die eigene Wahrnehmung stärkt und sogar hellsichtig macht.Das Besondere am Pflanzenharz Dammar ist sein Einsatz als natürliches Bindemittel. Schon seit dem 19. Jahrhundert ist das Harz in Europa bekannt. Ob bei der Herstellung von hellen, klaren Lacken, Klebstoffen oder als traditioneller Zusatz in Künstlerfarben wie Tempera- und Öl-Malerei: Dammar ist vielseitig. Im AURO classic edition Imprägniergrund hat es die Aufgabe, die Bestandteile, wie zum Beispiel Leinöl, Orangenöl, Holzöl und Trockenstoffe zu verbinden. Das in dem flüssigen Öl enthaltene Lösungsmittel verflüchtigt sich während der Trocknung in die Luft und übrig bleibt eine Beschichtung, die fest mit dem Untergrund verbunden ist.

Arvenöl - Von der Königin der Alpen

brosch-classic-edition-1-_10Es gibt viele Namen für die Baumart aus dem Hochgebirge. Arve, Arbe, Zirbe oder auch Zirbelkiefer genannt, ist ein Kieferngewächs und in den Alpen und Karpaten beheimatet. Bis zu 1000 Jahre alt werden die immergrünen Bäume. Sie wachsen circa 25 Meter hoch und ihre Nadeln treten immer zu fünft in Büscheln pro Kurztrieb auf. Sie trotzten wegen ihrer Langlebigkeit so manchem Wetter in den Bergen, deshalb der wertschätzende Name „Königin der Alpen“.

Schellack - Die harzige Substanz der kleinen Lackschildlaus

brosch-classic-edition-1-_12Ob als Politur, zur Restaurierung und Pflege von Möbeln, in der Medizin oder für die von 1900 bis in die 1960ger Jahre hergestelltenten Schallplatten: Schellack ist auch bis heute in zahlreichen Anwendungen zu finden. Dabei spielt die circa 5 mm kleine, weibliche Lackschildlaus die größte Rolle: Sie sticht die Rinde der Zweige vom Malabar-Lackbaum oder anderen Arten an und verarbeitet den Pflanzensaft zu einer harzigen Substanz, auch Gummilack genannt.

 

Leinöl - Goldgelb und vielseitig

brosch-classic-edition-1-_14Das klare goldgelbe Öl ist ein Pflanzenöl, das aus Leinsamen, den reifen Samen von Öllein, gewonnen wird. Es riecht würzig nach Heu, wird als krautig, dumpf und leicht röstig beschrieben. Schon in der Steinzeit wurde Öllein oder Faserlein angebaut und verarbeitet. Die Aussaat und die Ernte lässt sich sogar auf altägyptischen Wandmalereien nachlesen. Die Leinpflanze liefert nicht nur das Leinöl, sondern auch die Flachsfasern, die zu Leinen verarbeitet werden. Aufgrund des hohen Gehalts an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist das Leinöl in vielen Produkten anzutreffen. Als Bindemittel für die Herstellung von Farben und Lacken, als Nahrungsmittel, in der Kosmetik oder als Konservierungsmittel für die Imprägnierung von Holz. Es ist eben vielseitig einsetzbar.

Orangenöl - Der wunderbare Duft der Zitrusfrucht

brosch-classic-edition-1-_16Frisch, fruchtig, sonnig, zitronig - das ist der angenehme Duft im Raum beim Schälen einer Orange. Die Orangenschale schützt das Innere der Frucht, da sie ätherische Öle enthält. Weder Vögel noch Insekten können der unbeschä- digten Fruchtschale etwas anhaben. Die Orange ist die am meisten kultivierte Zitrusfrucht überhaupt. Neben Florida sind die großen Anbaugebiete Brasilien, Spanien und Südafrika. Dabei kam die beliebte Frucht erst im 15. Jahrhundert aus Asien nach Europa und Columbus brachte sie 1493 von Spanien aus nach Haiti. Erst von dort aus machte sie ihren Weg nach Südamerika. Der Name Orange oder Apfelsine sagt sogar etwas über ihre ursprüngliche Heimat aus: „Sina“ bedeutet „China“, und „Apfelsine“ aus diesem Grund „chinesischer Apfel“. In China wurde sie nämlich schon 2000 v. Chr. genutzt. Die Einsatzbereiche des Orangenöls sind vielfältig: Ob zur Aromatisierung von Fruchtsäften, in der Kosmetik oder im technischen Bereich als natürliches Lösemittel in Farben - der Geruch ist unverwechselbar.

Kokosöl - Ein Sinnbild für Exotik

brosch-classic-edition-1-_17Für uns Europäer ist die Kokospalme ein Sinnbild für Exotik. Kokospalmen an weißen Stränden vor türkisfarbenen Lagunen, dazu ein Drink aus einer Kokosnuss… Für die Bewohner tropischer Küsten ist die Kokospalme hingegen die Nahrungs- und Rohstoffquelle schlechthin. Vom Palmwedel bis zur Nussschale, kein Teil der Pflanze, für das es nicht eine nützliche Verwendung gibt. „Baum des Lebens“ oder „Baum der tausend Möglichkeiten“ wird die Kokospalme in ihren Heimatländern genannt. Das Öl hat eine weiße bis gelbliche Färbung und riecht oft frisch und mild mit einer leichten Kokosnote. Ursprünglich stammt die Cocos nucifera aus dem malaiischen Archipel, wo sie bereits vor 3000 bis 4000 Jahren kultiviert wurde.

Carnaubawachs - Wachs vom Baum der Weisheit

Heutzutage erfährt das wertvolle Carnaubawachs von der brasilianischen Carnaubapalme, auch Fächerpalme genannt, eine Renaissance. Es erfreut sich immer grö- ßerer Beliebtheit, da das natürliche Wachs vielseitig einsetzbar und frei von jeglichen Duftstoffen ist. Als konsistenz- und glanzgebender Zusatz in Salben, Cremes und Lippenstiften oder auch als Bestandteil von Tabletten und Drageeüberzügen sowie in Pflegewachsen wird das hell gelbliche bis grüne Wachs der jungen Palmenblätter verwendet. Bereits die brasilianischen Tremebè-Indianer waren sich schon vor etwa 300 Jahren über die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten bewusst und bezeichneten die bis zu 15 Meter hoch wachsende Palme als „Baum der Weisheit“. Die kommerzielle Bedeutung der Carnaubapalme entwickelte sich erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Insbesondere der Stamm und das Wachs entwickelten sich zum Exportschlager.

Lärchenharz - Vom heiligen Schutzbaum

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Im Alpenraum hat der Lärchenharzbalsam und dessen Gewinnung eine jahrhundertealte Tradition. Volksmedizinisch wurde der wertvolle Balsam oft in der Tiermedizin und als Zusatz für Salben nach traditionellen Rezepten verwendet. Heute prädestiniert sich der natürliche Rohstoff, der waldig, balsamisch riecht, für viele Einsatzbereiche. Gewonnen wird das dickflüssige Harz von der Europäischen Lärche durch schonendes Anbohren nahe der Hauptwurzel. In den Bohrkanal fließt das Harz aus den balsamharzgefüllten Rissen und wird durch den „Pechzieher“ entnommen. Der Baum wird dabei nicht geschädigt – die Holzqualität nimmt sogar noch zu. Der in Europa heimische Nadelbaum besiedelt höhere Berglagen und erträgt die dort schroffen Temperaturwechsel besser als andere Holzarten. Er galt als heiliger Baum und noch bis in die Neuzeit hinein wurde an die Schutzkraft der Lärche gegen Ungemach und negative Einflüsse geglaubt.

 Indigo - „König“ der Farbstoffe

brosch-classic-edition-1-_23Indigo ist neben Krapp und Reseda einer der ältesten und wichtigsten bekannten, pflanzlichen Farbstoffe. Wie man aus Mumienfunden weiß, wurden schon 2000 vor Christus in Ägypten Bänder mit Indigo gefärbt. (Die Herkunft der Farbe ist namensgebend von griech. „das Indische“). Die Heimat des Indigos ist abgesehen von Indien, im tropischen Afrika und China. Damals wurde der wertvolle Farbstoff als Kriegsbemalung von Körpern, zur Färbung von Textilien, in der Keramik, oder zum Haarfärben eingesetzt. Dabei lässt sich an der tropischen Pflanze nirgends etwas Blaues feststellen - weder an den unpaarig gefiederten Blättern noch an den roten Schmetterlingsblüten. Das Geheimnis ist, dass alle Pflanzenteile, vor allem die Blätter, eine Vorstufe des Indigos enthalten: eine Zuckerverbindung, die sich Indican nennt. Erst nach der Ernte, Gärung und in Verbindung mit Luft erscheint ein tiefes Blau an der Grenze zum Violett.

Ipiak - Aus Ölsamen des Annattostrauchs

brosch-classic-edition-1-_25Im Amazonastiefland in Ecuador wächst der Annattostrauch oder Orleansstrauch, dessen färbende rötlichgelbe Samen in der Frauenkosmetik, als Gewürz und Lebensmittelfarbe zum Einsatz kommt. „Lipstick tree“, also „Lippenstiftbaum“ ist auch die Bezeichnung der meist immergrünen Pflanze. Der rote Farbstoff Achiote, von den Shuar-Indianern „Ipiak“ genannt, wird aus den Samen des circa fünf Meter hohen Annattostrauchs gewonnen. Der frische Samen riecht veilchenartig und schmeckt würzig, jedoch nach dem Trocknen verliert er schnell an Aroma. Für den leicht blumigen Geruch sind die ätherischen Öle im Samen ausschlaggebend.

Cochenille - Das leuchtende Rot aus Südamerika

brosch-classic-edition-1-_27Zum Färben von Wolle, Leder und Seide war der Farbstoff bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern unter dem Namen Scharlachrot bekannt. Die Grundlage des organischen roten Farbstoffs ist Karminsäure. Diese wird seit Jahrhunderten, in Südamerika sogar seit Jahrtausenden, aus der weiblichen Cochenilleschildlaus, einer Insektenart, hergestellt. Die 6 bis 7 mm großen Tierchen leben auf einer Feigen-Kakteenart in Mexiko, Chile oder den Kanaren. Bei AURO kommt das Cochenille aus Chile.

Färberkrapp - Das älteste Farbmittel der Menschheit

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Krapp ist neben Indigo einer der ältesten Pflanzenfarbstoffe der Menschheit. Einst war es ein wichtiges Handelsgut zwischen Asien und Europa. Es war, verglichen zu anderen roten Färbemitteln, verhältnismäßig preisgünstig. Schriftliche Aufzeichnungen über die Verwendung von Krapp finden sich bereits bei den Griechen und den Römern. Ihr Farbstoff befindet sich bei den lebenden Pflanzen nicht in den kleinen, gelben, unscheinbaren Blüten, sondern im Zellsaft und in den Wurzeln. Diese sind 20 - 30 cm lang und außen hellrot gefärbt. Wissenschaftlich heißt die 50 - 60 cm hohe Staude aus der Familie der Rötegewächse Rubia tinctorum. Die Bezeichnung „Rubia“ verliehen die Römer dem Krapp, weil seine Wurzeln roten Farbstoff enthalten. Die rote Farbe entwickelt sich erst durch das Trocknen der Wurzelstöcke.

 

Reseda - Eine der ältesten Färbepflanzen

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Reseda luteola gilt als eine der ältesten gelbfärbenden Färbepflanzen. Die Samen der Pflanze konnten bereits in jungsteinzeitlichen Uferbausiedlungen nachgewiesen werden. Auch die Römer nutzten vermutlich bereits den gelben Farbstoff zum Färben ihrer Hochzeitsgewänder. Weitere Namen der Pflanze sind Streichkraut, Färbergras, Färberreseda oder Wau. Angebaut wird sie in Mittel- und Südeuropa. Sie ist ziemlich anspruchslos, wächst sogar wild an Wegrändern oder im Gestrüpp. Karge, sandige, aber kalkhaltige Böden in sonniger Lage sind bevorzugte Standorte des circa einen Meter hohen Waus. 14 Monate bleibt der Strauch in der Erde. Nach der Ernte werden die Pflanzenteile an der Luft getrocknet und weiter verarbeitet.

Bienenwachs - Ein wertvoller Naturstoff

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Bienenwachs ist ein von den Honigbienen abgesondertes Wachs, das von ihnen zum Bau der Bienenwaben genutzt wird. Bereits in Ägypten wurde Wachs für technische, aber auch für kultische Zwecke verwendet. Aus der Antike sind Schreibtafeln, kleine Skulpturen, Masken und Amulette aus Bienenwachs überliefert. Das Bienenwachs ist aus der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. In der Medizin, Kosmetik, bei Kerzenfabrikationen oder als Überzugs- und Trennmittel bei Lebensmitteln – Bienenwachs ist ein wertvoller und begehrter Naturstoff. Auch in der Bienenwirtschaft selbst ist der Wachsverbrauch hoch, da das Wachs von den Honigbienen für das Bauen der Bienenwaben erzeugt wird. Die sechseckigen Waben, die honigartig riechen, erinnern an Kristalle und sind für das Bienenvolk Geburts- und Lebensraum, Produktionsstätte und Speicherplatz für Honig und Pollen.

 

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